Masterarbeit von Tobit Vandamme

Kosmopolitismus zur geistigen Mobilmachung. Gegenseitige Wahrnehmung der französischen und deutschen Presse in Shanghai während des Ersten Weltkriegs

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Diese Masterarbeit betrachtet die Geschichte des Ersten Weltkrieges in globaler Perspektive, indem sie die Beziehungen zwischen den französischen und deutschen Gemeinschaften in Shanghai von 1914 bis 1918 erforscht. Mithilfe einer eingehenden Untersuchung der örtlichen Presse (Der Ostasiatische Lloyd, Deutsche Zeitung für China und L’Echo de Chine) zeigt diese Arbeit, wie der Krieg das Leben jeden Ausländers in den Konzessionen Shanghais verändert. Die Hauptthese besagt, dass bis 1914 die verschiedenen ausländischen Minderheiten im Geiste des Kosmopolitismus in der Metropole zusammenleben. Jedoch verwandelt Shanghai sich nach dem Kriegsausbruch allmählich in einer Miniaturausgabe des globalen Konfliktes. In den ersten Monaten rufen die Franzosen und Deutschen noch zur Ruhe auf, um die kosmopolitische Ordnung nicht zu stören. Die Propaganda aber verbreitet rasch ihr Gift und mobilisiert den Geist jedes Angehörigen der kriegsführenden Mächte. Während die Ausländer vorher dazu neigen, sich als Abendländer den Chinesen gegenüber zu definieren, führt der Export des europäischen Krieges nach Shanghai zu einem erneuten Patriotismus und einer Akzeptanz des Krieges.

Siehe auch
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