Kranken- und Haftpflichtversicherung

Krankenversicherung

In Frankreich ausgestellte Europäische Krankenversicherungskarte (Bild: Antoine Fleury-Gobert/CC-by)

Die an der EHESS als Heimatinstitution eingeschriebenen Studierenden bezahlen wie an jeder französischen Hochschuleinrichtung einen obligatorischen Jahresbeitrag von 215 Euro zur Krankenversicherung (Sécurité sociale), es gibt nur wenige Ausnahmen etwa für Kinder bestimmter Angestellter im öffentlichen Dienst. Für das Jahr ihres Aufenthaltes in Heidelberg erhalten sie bei der Einschreibung am Akademischen Auslandsamt ein Formular, welches sie ausfüllen und bei einer beliebigen deutschen gesetzlichen Krankenversicherung vorlegen müssen (am schnellsten geht dies am Stand der Krankenversicherung AOK, der diese zu Semesterbeginn in der Triplex-Mensa im Erweiterungsbau der Universitätsbibliothek, Eingang von der Grabengasse her aufbaut). Es ist auf keinen Fall erforderlich, eine private Krankenversicherung in Deutschland abzuschließen. Hingegen wird dringend dazu geraten, sich bereits etwa einen Monat vor der Abreise aus Frankreich nach Heidelberg eine Carte européenne d’assurance maladie (EHIC/CEAM) bei ihrer Krankenversicherung ausstellen zu lassen. Diese Karte ermöglicht in deutschen Arztpraxen und Krankenhäusern eine unproblematische Behandlung nach den Regeln der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung (d.h. u.a. keine Zuzahlung in der Arztpraxis; 10 % Zuzahlung zu den Kosten für Arzneimittel, aber mindestens 5 und maximal 10 Euro; 10 Euro/Tag im Krankenhaus, aber max. 280 Euro; insgesamt mit allen Zuzahlungen nicht mehr als 2 % des Bruttojahreseinkommens bzw. 1 % bei chronischen Erkrankungen). Zuzahlungen werden direkt an die Apotheke oder das Krankenhaus gezahlt. Erstattungen sind nicht notwendig, weil Arztpraxen und Krankenhäuser normalerweise keine Rechnungen ausstellen, sondern über die EHIC/CEAM direkt mit dem deutschen Sozialversicherungssystem abrechnen.

Siehe auch (externer Link)
Informationen für Franzosen zur Nutzung der CEAM in Deutschland


In Deutschland ausgestellte Europäische Krankenversicherungskarte

Auch deutsche Studierende mit der Universität Heidelberg als Heimatinstitution verfügen, wenn sie selbst oder über ihre Familie Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung sind, über eine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC), normalerweise befindet sich diese auf der Rückseite der Gesundheitskarte. Wer diese Karte bei der Inscription administrative an der EHESS vorlegt, ist von der Bezahlung des Jahresbeitrags der Sécurité sociale (215 Euro) befreit. Sie ermöglicht in französischen Arztpraxen und Krankenhäusern eine Behandlung nach den komplexen Regeln der französischen gesetzlichen Krankenversicherung (d.h. u.a. 30-40 % Zuzahlung in der Arztpraxis, 0-85 % Zuzahlung zu den Kosten für Arzneimittel; 0-20 % der Kosten im Krankenhaus, jedoch mindestens 18 Euro/Tag). Anders als in Deutschland müssen Versicherte gegenüber der Arztpraxis oder dem Krankenhaus in Vorleistung gehen. Erstattungen werden auf Antrag von der deutschen oder der zugeordneten französischen Krankenkasse bearbeitet. – Privat versicherte deutsche Studierende sollten sich hingegen rechtzeitig mit ihrer Krankenversicherung in Verbindung setzen und um eine förmliche Bestätigung über das Bestehen vollen Krankenversicherungsschutzes (äquivalent zur Europäischen Krankenversicherungskarte) im Ausland bitten. Besteht in Frankreich jedoch kein Versicherungsschutz, müssen entweder die 215 Euro für die französische gesetzliche Krankenversicherung (Sécurité sociale) in Paris bezahlt oder eine private Auslandskrankenversicherung abgeschlossen werden.

Siehe auch (externer Link)
Informationen für Deutsche zur Nutzung der EHIC in Frankreich


Haftpflichtversicherung

Eine Haftpflichtversicherung bzw. eine Assurance responsabilité civile ist in Deutschland keine Voraussetzung für die Einschreibung an einer Universität, in Frankreich muss diese jedoch bei der Inscription administrative nachgewiesen werden. Da alle deutschen Teilnehmer/-innen für die gesamte Dauer des Programms an beiden Institutionen eingeschrieben sein müssen, bedeutet dies de facto für alle Teilnehmer/-innen eine Verpflichtung zum Abschluss einer Haftpflichtversicherung in Deutschland oder Frankreich. Die meisten dieser Policen decken auch im jeweils anderen Land entstandene Schäden ab, es empfiehlt sich ggf. ein Preisvergleich und eine genaue Lektüre der Versicherungsbedingungen. Eine Haftpflichtversicherung über die Eltern gilt häufig nicht mehr, wenn ein erster Studienabschluss vorhanden ist, kein gemeinsamer Haushalt mehr besteht oder Altersgrenzen überschritten wurden.