FAQ

1) Was ist der Deutsch-Französische Masterstudiengang in Geschichtswissenschaften (DFMG)?

Der Deutsch-Französische Masterstudiengang in Geschichtswissenschaften ist ein zweijähriges Masterprogramm, das die École des Hautes Études en Sciences Sociales Paris und das Historische Seminar der Universität Heidelberg gemeinsam anbieten. Die Studierenden verbringen in der Regel das erste Jahr (M1) an der Partneruniversität im Ausland und das zweite Jahr an der Heimathochschule, an welcher sie auch ihre Abschlussprüfung ablegen.

2) Welche Fremdsprachenkenntnisse muss ich für den DFMG mitbringen?

Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme am DFMG sind sehr gute Kenntnisse im Deutschen und Französischen. Wenn eine der beiden Sprachen die Muttersprache ist, wird für die andere Sprache ein Kenntnisstand von C1 erwartet. Die Sprachkenntnisse können durch entsprechende Zertifikate nachgewiesen werden. Ein Nachweis über einen längeren absolvierten Aufenthalt im Partnerland im Rahmen eines Praktikums oder eines Auslandssemesters ist auch möglich.

3) Muss ich mich im DFMG mit der deutsch-französischen Geschichte beschäftigen?

Nein. Der DFMG ist nicht inhaltlich, sondern methodisch konzipiert, d. h. die Studierenden sollen sowohl die deutschen wie auch die französischen akademischen Traditionen kennenlernen. Die inhaltliche Ausrichtung des Studiums liegt in der freien Wahl der Studierenden. Das breite Lehrangebot in Heidelberg und Paris erlaubt eine Spezialisierung in jeder Epoche von der Alten Geschichte bis zur Zeitgeschichte.

4) Welche Vorteile bietet mir der DFMG gegenüber anderen Masterstudiengängen?

In vielen Masterstudiengängen ist es schwierig, einen Auslandsaufenthalt innerhalb der Regelstudienzeit in das eigene Studium zu integrieren. Im DFMG ist ein einjähriger Aufenthalt an der Partnerinstitution in Heidelberg oder Paris einschließlich einer Graduierung an beiden Institutionen bereits im Studienverlauf vorgesehen. Zudem zeichnet sich das Programm durch einen lebendigen deutsch-französischen Austausch aus. Die Studierendengruppe setzt sich zu ungefähr gleichen Teilen aus Franzosen und Deutschen zusammen. Durch die “flux croisés” der Studierenden zwischen den beiden Standorten  ist jede Studierendengruppe vor Ort deutsch-französisch gemischt – interkulturelle Kompetenz erwirbt sich so en passant. Eine finanzielle Förderung des DFMG gewährleistet die Deutsch-Französische Hochschule (DFH/UFA).

5) Was bedeutet es, dass der DFMG „forschungsorientiert“ ist?

Der DFMG zielt auf eine geschichtswissenschaftliche Ausbildung auf höchstem Niveau und möchte die Studierenden auf die selbstständig durchgeführte historische Forschung vorbereiten, wie sie etwa im Rahmen eines Dissertationsprojekts durchgeführt wird. Daher sieht der DFMG vor, dass das Masterarbeitsprojekt bereits im ersten Studienjahr konzipiert und kritisch diskutiert wird, bevor im zweiten Jahr, besonders im 4. Semester, die Masterarbeit erstellt wird. An der EHESS wird nach dem erste Jahr eine M1-Arbeit geschrieben, in Heidelberg entspricht dem ein ausführlicher bibliographischer Essay im Rahmen eines Forschungsmoduls.

6) Was ist die „Mobilitätshilfe“ der Deutsch-Französischen Hochschule?

Der DFMG wird von der Deutsch-Französischen Hochschule als Dachverband der binationalen akademischen Zusammenarbeit in Deutschland und Frankreich finanziell gefördert. Neben der Möglichkeit, besondere Lehrangebote und Sprachkurse zu finanzieren, erhalten die von der DFH geförderten Studierenden im Auslandsjahr ein Mobilitätsstipendium von 10 x 270 Euro (= 2.700 Euro insgesamt; seitens der DFH kumulierbar mit anderen Stipendien).

7) Muss ich einen B.A./Licence-Abschluss in Geschichte haben, um mich zu bewerben?

Ja, weil der DFMG aufgrund seiner Forschungsorientierung (siehe oben) bereits eine hohe Selbstständigkeit im historischen Arbeiten voraussetzt. Zulassungsvoraussetzung ist daher ein B.A. / eine Licence mit einem historischen Fachanteil von 50 Prozent oder mindestens 70 ECTS. Sollten Sie einen geistes- oder kulturwissenschaftlichen Bachelorstudiengang mit starken historischen Anteilen absolviert haben, so fragen Sie bei uns an, ob wir diesen anerkennen können. Wir prüfen gern Ihr Transcript of Records darauf, ob eine Zulassung möglich ist.

8) Wie bewerbe ich mich für den DFMG?

Hinweise zur Bewerbung und eine Auflistung der für eine Bewerbung notwendigen Nachweise finden Sie hier sowie unter

http://www.uni-heidelberg.de/studium/interesse/faecher/geschichtswissenschaften.html#F

9) Wie konkret müssen die Angaben zum Masterarbeitsprojekt bereits bei der Bewerbung sein?

Die Bewerbung soll eine Ideenskizze (ca. 1 Seite) für ein individuelles Forschungsprojekt enthalten, aus welchem sich später die Masterarbeit entwickeln wird. Diese Skizze sollte die zentrale Fragestellung beinhalten und die Projektidee kurz umreißen. Dahinter steht, dass der Master stark auf das jeweilige Forschungsprojekt ausgerichtet ist und ein solches daher von Beginn an neben den übrigen Lehrveranstaltungen durch die Studierenden verfolgt werden muss. Selbstverständlich können aber später noch Veränderungen und neue Ausrichtungen vorgenommen werden, es besteht keine absolute thematische Bindung.

Bei Schwierigkeiten in der Formulierung dieser Ideenskizze können Sie sich an die Verantwortlichen des Programms, insbesondere an Antonin Dubois (Paris) und Aaron Jochim (Heidelberg) wenden.

10) Macht es einen Unterschied, ob ich mich für Paris oder Heidelberg als Heimathochschule entscheide?

Während beider Jahre sind Sie an Ihrer Heimathochschule immatrikuliert und zahlen dort die anfallenden Immatrikulationsgebühren. Dafür sind Sie an der Partnerhochschule von Immatrikulationsgebühren befreit. Hierdurch kommt es zu leichten Kostenunterschieden.

Die Masterabschlussprüfung verläuft nach den Vorgaben Ihrer Heimatuniversität. Für Studierende mit Paris als Heimatinstitution ist zum Beispiel eine einstündige „soutenance“ vorgesehen, in der die Masterarbeit verteidigt wird. Studierende mit Heidelberg als Heimatinstitution absolvieren eine Verteidigung der Masterarbeit und eine kürzere mündliche Prüfung in zwei von der Masterarbeit verschiedenen historischen Themen. Zudem wird die Masterarbeit in der Regel in der Sprache der Heimatinstitution abgefasst (an der EHESS muss sie auf Französisch verfasst sein!).

 11) Was ist die PhD-Track-Option des Programms?

Die PhD-Track-Option des Masterstudiengangs ist eine Möglichkeit für qualifizierte und interessierte Studierende im Anschluss an den Master eine institutionalisierte Cotutelle-de-thèse zu beginnen, also ein binationales Promotionsprojekt Heidelberg/Paris zu verfolgen. Der PhD-Track steht sowohl den Studierenden im DFMG als auch geeigneten Quereinsteigern mit Masterabschlüssen anderer Universitäten offen. Es besteht keine Verpflichtung zur Fortführung des Studiums bis zum Doktorgrad bei Einschreibung in den DFMG. Nähere Informationen zum PhD-Track finden Sie hier.